Die Kunst, nicht auf Perfektion zu warten.
Eine Oase im Alltag zum Ankommen und Loslassen
Als Diana ihr erstes Reformer-Studio in Kuala Lumpur betrat, ahnte sie nicht, dass daraus Jahre später MILOA entstehen würde. Heute verfolgt sie eine klare Vision: einen Ort zu schaffen, an dem Menschen den Alltag hinter sich lassen, ohne sich beweisen zu müssen, loslassen und einfach sein dürfen, sich sicher und wertgeschätzt zu fühlen. Ein Gespräch über Vision, Qualitätsanspruch und warum kontinuierliche Verbesserung oft wichtiger ist als aufgeschobene Perfektion.
#FemaleEmpowerment
„Continuous improvement is better than delayed perfection.“

Wenn du an deine erste Reformer-Stunde zurückdenkst: Was hat dich damals so fasziniert, dass Pilates bis heute ein Teil deines Lebens geblieben ist?
Meine allererste Reformer-Pilates-Stunde hatte ich vor fast vier Jahren in Kuala Lumpur, während meines Studiums in Malaysia. Was mich sofort fasziniert hat: Ich musste mich nie überwinden, dorthin zu gehen – es fühlte sich nie wie Pflicht an, sondern wie eine Belohnung. Und dann erst dieser Muskelkater danach! 😀 Ich habe Muskeln gespürt, die ich vorher noch nie in meinem Leben wahrgenommen hatte. Genau dieses Gefühl hat mich nicht mehr losgelassen.
© MILOA, Bilder von Linus Braun
Eigentlich war es nie dein Plan, ein eigenes Studio zu eröffnen. Was hat dazu geführt, dass aus einer spontanen Idee plötzlich Realität wurde?
Ehrlich gesagt war es die perfekte Location, die den Ausschlag gegeben hat. Ich habe mir einfach eine Räumlichkeit angeschaut, ohne zu wissen, was danach passieren soll. Die Maklerin hat mir im selben Termin dann eine Fläche gezeigt, die fast doppelt so groß war wie das, was ich eigentlich besichtigen wollte. Im ersten Moment war das viel zu groß und die Miete schlichtweg unrealistisch für mich – ich habe es innerlich sofort wieder verworfen. Aber ich habe ein paar Nächte darüber geschlafen, und irgendwie war klar: Die große Fläche war die bessere Option. Ich hatte sowieso schon immer Spaß an Organisation und Planung, habe mich mit dem iPad und dem Architekturplan hingesetzt und stundenlang überlegt, wie der Raum perfekt genutzt werden kann. Ich hatte schon so viele Studios aus der Perspektive einer Kundin gesehen – und wusste genau, worauf es ankommt. Das ging bis hin zur Eröffnung alles im Flow und hat mir extrem viel Spaß gemacht.
„Den Alltag hinter sich lassen zu können, ohne dass man sich anstrengen oder etwas beweisen muss.“

© MILOA, Bilder von Linus Braun
Wie würdest du die Vision von MILOA beschreiben?
Die Vision von MILOA ist es, eine Oase im Alltag zu erschaffen. Jede Person, die bei uns durch die Tür tritt, soll aus dem Alltag aussteigen, runterkommen und einfach so sein können, wie sie ist – ohne verurteilt zu werden. Bei uns soll sich jede und jeder sicher fühlen. Selbst wer vorher Zweifel hatte, fühlt sich bei uns wirklich wohl.
Was soll eine Kundin fühlen, wenn sie durch die Tür von MILOA tritt?
Genau dieses Gefühl von Ankommen und Loslassen. Den Alltag hinter sich lassen zu können, ohne dass man sich anstrengen oder etwas beweisen muss – einfach sein dürfen, wie man ist, in einem Raum, der sich sicher und wertschätzend anfühlt.
Welche Entscheidungen haben eure Marke am stärksten geprägt?
Vor allem die konsequente Arbeit an unserer Brand Equity – und niemals die Vision aus den Augen zu verlieren, egal in welcher Entscheidung.

„Dass es Balanced Body Reformer werden mussten, stand mit unserer Vision, MILOA als Premium-Studio zu positionieren, eigentlich schon sehr früh fest – es gab für mich keine andere Option.“
© MILOA, Bilder von Linus Braun
Qualität scheint ein zentraler Bestandteil von MILOA zu sein. Wo bist du kompromisslos?
Ganz klar bei den Reformern. Ich habe auf sehr vielen Reformern trainiert, aber keiner war so gut und gleichzeitig so ästhetisch wie der Allegro 2 von Balanced Body. Genauso kompromisslos bin ich beim Matcha-Pulver – wir verwenden ausschließlich die höchste Qualitätsstufe, die es gibt. Und generell bei der gesamten Experience, die unsere Kundinnen und Kunden bei uns erleben.
Wie war der Prozess von der Idee bis zur Eröffnung deines Studios? Wie bist du vorgegangen? Was war ausschlaggebend, dass du dich für Balanced Body/novacare entschieden hast?
Am Anfang stand die Kernsanierung und Bauphase – Trockenbau, Estrich und so weiter. Das hat uns nochmal zwei Monate zusätzliche Planungszeit geschenkt, bis wir im Dezember endlich die Schlüssel bekommen haben und mit Streichen und Einrichten starten konnten. In dieser Aufbauphase war das Studio wie eine Zeitmaschine: Man betritt es, beginnt zu arbeiten und aufzubauen – und auf einmal ist es Mitternacht. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht und die ganze Familie, allen voran mein Papa, hat tatkräftig mitgeholfen. Dadurch, dass bereits alles durchdacht war, konnten wir bis zur Eröffnung ziemlich schnell in zwei Monaten eröffnen.
Dass es Balanced Body Reformer werden mussten, stand mit unserer Vision, MILOA als Premium-Studio zu positionieren, eigentlich schon sehr früh fest – es gab für mich keine andere Option.
Woran erkennt man den Anspruch von MILOA, auch in den kleinen Details?
Daran, dass man bei uns an nichts denken muss. Wir haben alles vor Ort, sodass man spontan duschen kann, ohne etwas dabeihaben zu müssen – ob Duschtuch, Shampoo oder sogar ein Glätteisen – bei uns im Studio findet man alles, um sich für den weiteren Tag, z. B. für die Arbeit, fertig zu machen. Genau diese kleinen Details, die den Alltag reibungslos machen, sind unser Anspruch.

© MILOA, Bilder von Linus Braun
Welche Entscheidung hat dich als Unternehmerin am meisten wachsen lassen?
Dass wir bei MILOA ständig neue Dinge entwickeln und uns nie mit dem Status quo zufriedengeben. Ich glaube, das kommt auch daher, dass ich gleichzeitig Vollzeit im Konzern arbeite und mit dessen Arbeitsweisen sehr vertraut bin. Unbewusst habe ich daraus mitgenommen, MILOA anders zu führen – nach dem Kaizen-Prinzip, dem japanischen Konzept des Continuous Improvement. Wir verbessern bei uns eigentlich ständig etwas, auch wenn es nur kleine Schritte sind. Genau dieses stetige Weiterentwickeln, auch im Kleinen, hat mich als Unternehmerin am meisten wachsen lassen.
Worauf bist du besonders stolz?
Darauf, dass Menschen, die unsere Räume betreten, genau das Gefühl beschreiben, das wir uns zur Mission gemacht haben. Daran merke ich, dass wir auf dem richtigen Weg sind.



© MILOA, Bilder von Linus Braun
Was hat dich am Unternehmertum am meisten überrascht?
Dass man nie auslernt. Ich bin sehr dankbar für all die Learnings – ohne Fehler würde man schließlich auch nicht viel lernen. Überrascht hat mich außerdem, wie oft mein Bauchgefühl richtig lag. Das ist auch ein Learning für mich: noch mehr darauf zu vertrauen.
Was war deine größte Angst vor dem Start?
Natürlich die Angst, dass es nicht funktioniert und das gesamte Investment verloren geht. Und ganz grundsätzlich: als Erste in meiner Familie den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen – das war wie ein Sprung von einer Brücke, ohne vorher geschaut zu haben, was darunter ist.
„Es geht um die Exekution – darum, Dinge einfach anzufangen, statt alles perfekt machen zu wollen.“

© MILOA, Bilder von Linus Braun
Viele Frauen träumen vom eigenen Studio, haben aber Angst vor dem finanziellen Risiko. Wie bist du das Thema Businessplan und Investition angegangen?
Der Businessplan hat mir tatsächlich sehr geholfen, die Vision von MILOA festzulegen und zu schärfen. Im Finanzplan selbst konnte man allerdings absolut nicht abschätzen, wie es tatsächlich laufen würde (nicht zuletzt, weil die Augsburger als ziemlich kritische Menschen bekannt sind). Insofern war dieser Teil für mich ziemlich realitätsfern. Die eigentliche Orientierung kam eher aus der Vision als aus der Excel-Tabelle.
Gab es Momente, wo du Zweifel bekommen hattest? Was hat dich weiter angetrieben?
Ja, klar, ich hatte zwischendurch viele Zweifel – vor allem im Eröffnungsmonat: Wie wird es laufen? Wie kommen wir an gute Trainerinnen? Angetrieben haben mich meine Familie, mein Ehemann und seine beiden Brüder. Sie können einfach besser träumen als ich und haben mich immer wieder ausbalanciert, wenn mir selbst mal die Kraft und Ausdauer gefehlt hat.
Was würdest du einer Frau sagen, die davon träumt, ihr eigenes Studio zu eröffnen, aber noch zögert?
Sucht euch einen guten Partner an eurer Seite, der dieselbe Mission und Vision teilt und der Werte und Integrität mitbringt – und dann: Let’s go!
Ich erinnere mich noch genau an ein Gespräch mit der Besitzerin des Studios, in welchem ich die ersten Reformer Stunden absolviert habe. Ein Satz von ihr ist mir seitdem geblieben: „Continuous improvement is better than delayed perfection.“
Frauen tendieren eher dazu, alles möglichst sauber und perfekt zu machen. Ein großes Learning der letzten zwei Jahre war: Es geht um die Exekution – darum, Dinge einfach anzufangen, statt alles perfekt machen zu wollen.
